MiniComic 17 : Kritik von weißen Schafen an weißen Schafen

[Aktualisiert am 16.9.2013]
Minicomic 17 : Kritik von weißen Schafen an weißen SchafenBeim fünften WebComicKollektiv geht es um Kritik. Ich habe mich diesmal mit einer Methode beschäftigt, um Kritik, insbesondere in der eigenen Gruppe, zu strukturieren. Die dargestellten fünf Schritte Kritik anzubringen habe ich aus Challenging homophobia, racism and other oppressive moments [English] von Nicole LeFavour, 2001. Dort gibt es auch noch ein Anweisung wie auf die Kritik reagiert werden kann: 1. ruhig durchatmen, 2. zuhören, 3. sich für Kritik bedanken, 4. aktiv Situation verbessern, 5. später über Kritik weiter nachdenken.

[The English translation for this comic does not exist yet.]

[Eine Transkription der Bildern und Worte des Comics in reinen Text ist unter dem Comic am Ende des Eintrags zu finden.]

Ka Schmitz hat auch beim fünften WebComicKollektiv mitgemacht und zwar mit einem tollen Ein-Panel-Comic über die Normen, die eine sich selbst auferlegt. Wenn ihr auf das Bild klickt gehts direkt zum Comic.

MiniComic Kritik

Transkription

Kritik von weißen Schafen an weißen Schafen
Minicomic 17

1) Viele Schafe laufen, eines hinter dem anderen oben auf der Deichkuppe entlang. Hinter dem Deich gibt es zwei Bäume. „Vielleicht kennst Du das. Ihr steht auf dem Deich und wer von den Anderen erzählt einen unlustigen Witz. Diese Witze sind fies* . Sie sollen zeigen, dass alle die mitblöken zusammen gehören und was Besseres sind.“
* fies hier als Platzhalter für klassistisch, rassistisch, sexistisch, heteronormativ, verrückteabwertend, bifeindlich, transfeindlich, antisemitisch, körpernormierend, ableistisch, armeabwertend…

2) Die meisten der weiße Schafe stehen jetzt auf der anderen Seite des Deiches vor den Bäumen. Im Hintergrund fliegt eine Gruppe von Möven weg. Ein Schaf im Vordergrund läßt die Ohren hängen und denkt gernervt: „Nicht alle sind immer Teil vom großen Spaß“. Dier Erzähler_in: „Wenn Du den Witz kritisierst, geht das große Geblöke los, das kennst Du. Aber dann nichts sagen und noch mehr davon anhören müssen und anhören lassen?“

3) Dier Erzähler_in, ein weißes Schaf, steht auf der Deichkuppe: „Bin ich so ein Schaf, das dann daneben steht. Ich beruhige kurz den berechtigten Ärger und gehe vier Schritte nach vorn:“

4) Über dem Panel der Titel, 1.: Ruhig durchatmen.
Das Erzählerschaf atmet geräuschvoll aus.

5) 2.: Nein sagen.
„Dieser Witz ist nicht lustig…“ Im Hintergrund galoppieren Schafe den Deich herunter.

6) 3.: Erklären warum.
Weitere den Deich runter gallopierende Schafe sind zu sehen. Das Erzählerschaf: „…weil er fies* ist.“

7) 4.: Sagen was ich erwarte.
Das Erzählerschaf ist von hinten zu sehen. Es sagt: „Bitte nicht noch mehr dieser Witze erzählen…“

8) 5.: Den Effekt erklären.
„…es kommt rüber als stellt ihr euch höher als andere Schafe.“ Im Hintergrund stehen ein paar weiße Schafe an der oberen Deichkante und ein Storch fliegt nach rechts weg.

9) „Es gibt immer welche, die hören vorerst noch nur zu!“ Im Hintergrund stehen Lämmer mit einem älteren Schaf am Deich.

Bilder & Worte & Transkription: AnnaHeger, 2013

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