MiniComic 16 : Burggeschichte

[Aktualisiert am 16.9.2013]
Das Thema des zweiten WebComicKollektivs ist Theorie. Ich würde gerne sehr viele Comics zu Theorien machen um die Theorien für mich selber besser zu verstehen in dem ich sie in Bildern darstelle. Ausserdem um sie mit anderen zu teilen. Ich wollte länger einen Comic über Dekonstruktion machen. Mich in der Metapher auf Gebäude zu beziehen wurde von einem Artikel in „Wer andern einen Brunnen gräbt“ von Mostafa Akhtar inspiriert. Es gibt noch mehr Comics zu Theorie.

Am 18.7.2013 wurde das Comic und seine Transkription als Gastbeitrag auf dem Blog der Mädchenmannschaft veröffentlicht. Es gibt noch mehr MiniComics.

[The English translation for this comic does not exist yet.]

[Eine Transkription der Bildern und Worte des Comics in reinen Text ist unter dem Comic am Ende des Eintrags zu finden.]

Transkription

Burggeschichte
Minicomic 16

1) Hinter einem kleinen Haus mit rotem Dach steht ein großes Gebüsch.

2) Zwei weiße Menschen sitzen am Tisch. Auf dem Tisch sind eine leere Espressotasse, Papier und ein Stift. Die Person mit übereinander geschlagenen Beinen erklärt gestikulierend: „Diskriminierende soziale Strukturen sind als solche konstruiert, …“. Die zweite Person hat die Hände im Schoß und unterbricht die Erklärung: „Du, bei diesem Teil steig ich aus! Echt!“.

3) Auf dem Papier werden zwei miteinander verbundene Striche gezeichnet. Der Stift liegt daneben. Aus dem Hintergrund ist die Stimme der ersten Person zu hören: „Stell Dir das mal so vor: das menschliche Zusammenleben ist längst nicht immer so gewesen wie es jetzt ist. Es wurde nach und nach so zusammengebaut = konstruiert.“

4) Strich um Strich wird die Zeichnung zu einem Quadrat mit dreieckigem Dach erweitert. Es entspricht einer einfachen zweidimensionalen Zeichung eines Hauses. Aus dem Hintergrund ist weiter zu hören: „Ich finde das wichtig, weil es im Kampf gegen Diskriminierung verwendet werden kann. Etwas gebautes, lässt sich umbauen und hat keinen Ewigkeitsanspruch.“

5) Mit einigen weiteren Strichen wurde dem Bild vom Haus die Seitenwände hinzugefügt: „Wenn wir Zustände verändern wollen, überlegen wir, wie wir das machen.“ Die zweite Person fragt nach: „Wo sollen wir anfangen?“

6) Die Zeichnung wurde mit Fenstern, dem Schornstein und einer Tür vervollständigt. Das Haus ähnelt dem auf dem Panel 1: „Wie bei einem alten Haus*, dessen Bauweise nicht gut ist oder das auf Grund seines Alters gefährlich instabil ist …“.
[* Mostafa Akhtar in „Wer andern einen Brunnen gräbt…“, Berlin, 2012, http://ber-ev.de/bestellungen/broschuere-wer-andern-eine-brunnen-graebt..]

7) Die Zeichnung ist jetzt sehr viel umfangreicher. Um das das Haus herum ist eine Burganlage aus vielen verschiedenen Gebäuden mit einem Brunnen im Burghof entstanden: „…oder eher wie bei einer Burg, mit Anbauten, mit versteckten Kammern und von undurchschaubarer Stabilität.“

8) Wieder ist die Burg dargestellt. Zusätzlich wurden mit roten Linien Balken, Räume und Verbindungsgänge in die Gebäude eingezeichnet. Außerdem beschreiben die eingezeichneten Jahreszahlen Eckdaten der deutschen Kolonialgeschichte: 1682, 1847, 1884, 1888, 1904, 1940: „Wenn wir die Geschichte eines Bauwerkes kennen, können wir verstehen welches die tragenden Balken sind. Dekonstruktion ist das Verstehen der Konstruktionen. Aus Verständnis resultiert nicht automatisch eine Veränderung, aber es kann der Anfangspunkt sein.“

9) Nach der längeren Erklärung überlegt die zweite Person: „Darüber muss ich in Ruhe nachdenken. Ich frage mich ob das an Hand einer Burg Sinn macht.“

Worte & Bilder & Transkription : AnnaHeger, 2012-2013

2 Gedanken zu “MiniComic 16 : Burggeschichte

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